Globusgefühl

Bei einem Globusgefühl haben Patienten häufig das Gefühl einen “Knödel” Fremdkörper im Hals (Rachen und Kehlkopfbereich) stecken zu haben. Schluck- oder Räusperzwang sowie Fremdkörpergefühl sind häufig zu beobachten. Selbst einfaches Schlucken von Speichel kann dieses unangenehme Gefühl noch weiter verstärken und für Betroffene sehr belastend und auch schmerzhaft sein. Oftmals kann ein genauer Schmerzpunkt gezeigt und beschrieben werden. Doch nicht immer kann eine körperliche Ursache für die Beschwerden gefunden werden.

Welche Ursachen gibt es für ein Globusgefühl?

Es kann sowohl eine organische Störung im Bereich der oberen und mittleren Luft- und Speisewege vorliegen. Dazu zählen u.a. Rachen, Kehlkopf, Luftröhre sowie die Speiseröhre. Häufig jedoch steckt eine psychische Ursache dahinter. Nicht immer ist ein Auslöser für die Beschwerden eruierbar. Wichtig: meist sind die Ursachen harmlos.

Mögliche Ursachen sind:

  • Schilddrüsenvergrößerung (Struma)
  • Rückfluss von Magensaft (Reflux)
  • Kehlkopfentzündungen und -veränderungen
  • Tumor im Rachen-Kehlkopf-Bereich
  • Vergrößerte Halslymphknoten
  • Halswirbelsäulenprobleme
  • Schleimhauttrockenheit (Sicca-Symptomatik)
  • Veränderungen der Speiseröhre (z.B. Zenker Divertikel)
  • Nervenschäden
  • Stress und psychische Belastung
  • Fremdkörper im Halsrachen, Kehlkopf oder Speiseröhre
  • Verspannungen

Welche Symptome können bei einem Globusgefühl auftreten?

Viele Patienten beschreiben ihre Beschwerden sehr unterschiedlich. Einige verspüren ein knödeliges Gefühl, ein Kratzen, ein Brennen oder auch einmal punktuelle Schmerzen im Hals. Der Hals kann sich ebenso trocken wie auch belegt anfühlen. Betroffene berichten auch unter einem immer wieder kehrenden Schluck- oder Räusperzwang. Bei besonders unangenehmen Krankheitsverläufen kann sich auch einmal eine gefühlte Atemnot entwickeln. Viele Versuchen durch reichlich Flüssigkeitszufuhr den “Knödel” wegzuspülen.

Wie lässt sich ein Globusgefühl abklären?

Der HNO Arzt wird zuerst ein ausführliches Patientengespräch (Anamnese) durchführen und dabei auf die Symptomdauer, die genauen Beschwerden, eingenommene Medikamente und etwaige Vorerkrankungen eingehen.
 
Anschließend wird eine ausführliche Untersuchung durchgeführt. Es wird nach Anzeichen für Entzündungen, Tumoren oder Fremdkörpern gesucht. Bei bestimmten Fragestellungen kann eine Röntgenuntersuchung oder eine Magenspiegelung notwendig und zielführend sein. In speziellen Fällen kann auch eine Röntgenkinematografie durchgeführt werden. Dabei wird die Speiseröhre (Ösophagus) während des Schluckvorgangs im Röntgen dargestellt. Auch an eine mögliche Verspannung der Halsmuskulatur, Narben im Halsbereich und an Schilddrüsenveränderungen sollte gedacht werden.
Wenn keine organischen (körperlichen) Ursachen gefunden werden, sollte eine psychosomatische Abklärung erfolgen. Nicht immer lässt sich trotz ausführlicher Abklärung eine Ursache finden, und nicht selten ist besonders diese Situation für Patienten sehr belastend. Viele Patienten haben mit ihrem Globusgefühl eine wahre Arztodyssee hinter sich. Wichtig ist: Ein Tumor (Krebs) lässt sich in vielen Fällen schon durch die HNO Untersuchung, Spiegelung von Mund, Rachen und Kehlkopf durch den HNO-Arzt auschließen. Dabei kann das untersuchte Gebiet Zentimeter genau begutachtet werden. Ebenso ist das Erkennen von Fremdkörpern und einer Reihe weiterer Ursachen damit möglich.

 

Wann gehört ein Globusgefühl vom HNO Arzt abgeklärt?

Bei länger dauerndem Bestehen (über 10 Tagen) sollte ein Globusgefühl auf jeden Fall abgeklärt werden. Längeres Zuwarten führt meist nur zu weiterer Verunsicherung und damit häufig verbundener Belastung.

Wie kann das Globusgefühl therapiert werden?

Die Therapie besteht vor allem in der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Da die Ursachen sehr vielfältig sind, ist das Therapiespektrum sehr breit. Dazu zählt z.B. die Gabe von Säureblockern bei Vorliegen eines Rexluxes, die Behandlung einer akuten Entzündung, die Pflege von trockenen und gereizten Schleimhäuten. Gute Erfolge können bei einigen Ursachen auch mit einer logopädischen Therapie erzielt werden. Die Liste der Logopädinnen und Logopäden in Ihrer Nähe ist für Sie hier ersichtlich. Lässt sich keine organische Ursache finden, können Stressreduktion, Entspannungs- und Atemübungen sowie eine begleitende Psychotherapie wunder wirken. Gerne ist Ihnen Ihr HNO Arzt dabei behilflich die geeignete Methode zu finden.

 

Selbsthilfe bei Globusgefühl:

Zur Schonung der Stimmbänder und der Schleimhäute sollte versucht werden, auf Räuspern, Flüstern, gehauchtes Sprechen und Rauchen zu verzichten. Neben einer Schonung der Stimmbänder ist eine Pflege und Feuchthalten der Schleimhäute oft hilfreich. Dies kann mit regelmäßiger Flüssigkeitsaufnahme, Lutschtabletten oder speziellen Pflegeprodukten erreicht werden. Dies sollte nicht zu lange bzw. erst nach Ausschluss eines Tumors durch den HNO-Arzt erfolgen.

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