Paukenerguss

Unsere Ohren benötigen Luft! Eine dünne Röhre zwischen Nase und Ohr sorgt für eine regelrechte Belüftung der Ohren. Sie ermöglicht uns auch den Druckausgleich beim Tauchen oder Fliegen. Diese natürliche Mittelohr-Nasenrachen-Verbindung wird Tuba Eustachii oder eustachische Röhre genannt. Bei Kindern treten häufig Probleme in Zusammenhang mit der eustachischen Röhre auf.

Entstehung und Folgen eines Paukenerguss

Etwa 80 % aller Kinder entwickeln in den ersten 7 Lebensjahren zumindest einmal ein Belüftungsproblem. Die Folge kann ein Paukenerguss (Flüssigkeit im Mittelohr) sein. Zu Beginn meist dünnflüssig, kann dieser in weiterer Folge zäh- und dickflüssig werden. Kommen nun auch noch Bakterien oder Viren ins Spiel, sind Mittelohrentzündungen die Folge. Nach Abklingen der Beschwerden bildet sich ein derartiger Erguss typischerweise in den ersten wenigen Wochen zurück. Gelegentlich kann ein derartiger Erguss auch für mehrere Wochen oder sogar Monate bestehen bleiben. Dann spricht man von einem chronischen Paukenerguss, auch Seromukotympanon genannt. Infekte der oberen Atemwege sind meist die Auslöser für einen Paukenerguss. Dabei kann z. B. als Begleiterscheinung einer Erkältung die Belüftung des Ohres gestört sein. Dies geschieht meist durch eine vermehrte Schleimbildung in der Nase, dem Nasenrachen, der Ohrtrompete und / oder dem Mittelohr. Wenn der Abfluss aus dem Ohr einmal behindert ist, kommt es zu einem Rückstau im Mittelohr und ein Paukenerguss entsteht. Weitere Ursachen können unter anderem Allergien, Fehlbildungen wie eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, große Druckschwankungen (z. B. Fliegen) oder eine vergrößerte Rachendachmandel (adenoide Vegetationen) sein. Die Rachendachmandel kann im vergrößerten Zustand ein mechanisches Hindernis darstellen und die Eustachische Röhre in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Behandlung des Paukenerguss

Bei einem Paukenerguss kommt es im Laufe der ersten Wochen zu einem Umbauprozess im Mittelohr. Schleim produzierende Zellen werden gebildet und klare Flüssigkeit lässt sich im Mittelohr hinter einem intakten Trommelfell nachweisen. Begleitend kann sich ein Druckgefühl entwickeln. Schmerzen sind nur selten zu finden. Ein derartiger Erguss führt zu einem reduzierten Hörvermögen und oft zu einem schlechteren Sprachverständnis. Gerade bei Kindern besteht die Gefahr, dass die Sprachentwicklung dadurch gestört wird. Typischerweise fällt auf, dass Kinder nicht mehr adäquat auf Ansprache oder Geräusche reagieren. Verhaltensauffälligkeiten oder schlechtere schulische Leistungen können die Folge sein. Bereits bei Verdacht sollte daher ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Eine Ohrmikroskopie, ein Test der Schwingungsfähigkeit des Trommelfells (Tympanometrie) und, wenn möglich, ein Hörtest sollten veranlasst werden. Primär sollten konservative Therapiemaßnahmen ausgeschöpft werden.
 
Unabhängig von der Therapie sollte ein Paukenerguss immer regelmäßig kontrolliert werden. Besteht ein Paukenerguss trotz Therapie nach drei Monaten immer noch, sollte eine Operation angedacht werden. Dabei wird bei der sogenannten Parazentese ein kleiner Schnitt in das Trommelfell gemacht, um die Flüssigkeit im Mittelohr absaugen zu können. Sind die Rachendachmandeln vergrößert, können diese mit entfernt werden. Bei wiederholten Ergüssen sowie bei Fehlen von Rachendachmandeln und / oder bei einem sehr zähen Sekret empfiehlt sich das Einsetzen eines kleinen Röhrchens in das Trommelfell. Diese Paukenröhrchen sind meist aus Kunststoff oder Titan und fallen gewöhnlicherweise in den ersten Wochen bis Monate wieder von selbst heraus.

 

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