Hörsturz

Bei einem Hörsturz kommt es zu einem plötzlichen einseitigen Abfall der Hörleistung aus dem subjektiven Wohlbefinden heraus, ohne dass ein fassbarer Grund erkennbar ist. In Österreich sind jährlich etwa 2000 – 3000 Menschen von einem akuten Hörsturz betroffen. Wiederkehrende Hörstürze sind dabei eher selten der Fall, kommen jedoch vor.

Wie entsteht ein Hörsturz?

Trotz intensiver Forschung kann nur in seltenen Fällen die Ursache gefunden werden. Diverse Theorien zur Entstehung eines Hörsturzes werden weiterhin diskutiert. Vermutete Risikofaktoren sind: Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Stress, Diabetes mellitus, Zigarettenkonsum, Autoimmunerkrankungen und Übergewicht. Uneinig sind sich Experten bei Virusinfektionen, der eindeutige Nachweis fehlt dafür noch. Begleitend zum akuten Hörverlust können ein Druckgefühl im Ohr, ein vorübergehendes oder bleibendes Ohrgeräusch (Tinnitus), Lärmüberempfindlichkeit (auch Hyperakusis genannt) und Schwindel auftreten. Die spontane Besserungsrate wird mit etwa 40 – 60 % in der Literatur angegeben, wobei eine spontane Besserung auch nach mehren Monaten möglich ist.

Wie wird ein Hörsturz durch den HNO-Arzt behandelt?

Die aktuell gültige Leitlinie der Hörsturztherapie empfiehlt weiterhin bei fehlenden Kontraindikationen die Kurzzeitgabe von hoch dosiertem Cortison. Eine frühzeitige Therapieeinleitung zeigte geringgradig bessere Heilungsraten in Studien. Bei fehlender Besserung auf diese klassische Therapieform kann versuchsweise ein direktes Einbringen von Cortison ins Mittelohr eine Verbesserung bringen. Bei Ausbleiben einer Besserung kann die Hörverarbeitung gestört bleiben und es zu Verarbeitungsproblemen in der Wahrnehmung von Alltagsgeräuschen kommen. Je nach Ausprägung des Hörsturzes und dem zeitlichen Abstand zum Ereignis ist es wichtig, die Hörleistung wieder zu verbessern. Dies kann mit Hörgeräten oder bei Taubheit nach Hörsturz mit einem künstlichen Innenohr, einem sogenannten Cochlea Implantat, erreicht werden.

Mögliche Folgen eines Hörsturzes?

Durch einen Hörsturz können neben der Hörleistung die körpereigenen Filtermechanismen geschädigt werden. In weiterer Folge kann sich daraus eine verstärkte Empfindlichkeit bereits gegenüber leisen Geräuschen entwickeln. Dies wird als Hyperakusis bezeichnet. Andere Ursachen wie chronischer Lärm, sehr laute Geräusche oder gewisse Medikamente können genauso zu einer Schädigung der Filterfunktion führen. Ebenso wie psychische Belastung, Depressionen oder Burn-out die Filterfunktion beeinträchtigen können. In Folge einer Hyperakusis vermeiden viele Betroffene belastende Situationen, sodass ein sozialer Rückzug die Folge sein kann. Wird hier nicht rechtzeitig therapiert, werden in vielen Fällen bereits leise Alltagsgeräusche, wie etwa das Ticken einer Uhr, schon als zu laut empfunden. Auf der Suche nach Linderung schotten viele Patienten ihre Ohren mit Ohrstöpsel komplett ab. Diese Reizunterdrückung kann zur Gewöhnung an Stille führen, wodurch das Leiden im Verlauf noch weiter verschärft wird.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Wenn die Akuttherapie mittels Cortison keine Besserung brachte, die Hörleistung vermindert geblieben ist und die Geräuschüberempfindlichkeit als sehr unangenehm wahrgenommen wird, ist es dennoch wichtig, sich den Geräuschen zu stellen und eine weiterführende Therapie einzuleiten. Gemeinsam ist allen weiterführenden Therapieformen eine Unterstützung der Betroffenen durch aktive Aufklärung über die Erkrankung sowie eine Stärkung der Psyche (gegebenenfalls inkl. begleitende Psychotherapie) und eine Wiedergewöhnung an Geräusche und Lärm. Einerseits kann Hören im täglichen Umfeld trainiert werden. Zu Beginn empfiehlt es sich auf Geräusche wie das Rasseln von Blättern, Vogelgesang oder dem Rauschen von Wasser zu konzentrieren. Absolute Stille soll auf jeden Fall vermieden werden. Hier kann z. B. mit einem Zimmerbrunnen, leiser Musik oder einem Standventilator Abhilfe geleistet werden.

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